Warum ein Manderl, das auf Manderl steht, es so schwer hat.

Gay Flag
Manderln, die auf Weiberln stehen, hättes es besonders schwer, heißt es auf Marco Schreuders Blogpost. Ich möchte dieses Gedankenspiel mit Behinderten und Homosexuellen spielen.

Manderln, die auf Manderln stehen, haben es schwer.

Das stimmt natürlich, denn es ist sicher schon vielen Schwulen passiert …

… dass man sich von einem verstorbenen Freund bei einem Begräbnis verabschieden will, und man entsetzt feststellen muss, dass man gar nicht daran teilnehmen kann. Die Gänge zwischen den Gräbern sind zu schmal für den Rolli, am Schotter kann man mit den Krücken nicht sicher gehen und überhaupt ist die Aufbewahrungshalle nicht zugänglich. Und die Anschliessende Feierlichkeit im nächstgelegenen Gasthaus ist zwar stufenlos erreichbar, aber das WC ist im 1. Stock ohne Lift.

… dass man sein Leben lang davon träumt ein Haus zu kaufen, aber man als Schwuler per Gesetzt ja kein Vermögen ansparen kann und somit niemals ein Haus kaufen wird können

… dass man nicht einmal ins Cafe reinkommt, um sich einen Begrüßungskuss abzuholen.

… dass man in Gesetzen noch immer diskriminiert wird und die Regierungsparteien ständig den homosexuellen NGOs mitteilen, dass sie eh die gleichen Rechte haben wie alle anderen Menschen auch.

… dass in vielen Ländern dieser Erde Bildung für Schwule nicht mal im entferntesten denkbar ist. In vielen Ländern werden die Schwulen Kinder aber auch die Erwachsenen von den Familien versteckt, weil sie eine Schande darstellen.

… dass man überall – in den Medien, in den Schulen, im Freundeskreis, in der Familie – mitgeteilt bekommt, dass man ganz bestimmt bald ein nettes behindertes Mädchen finden wird, man sich aber nicht traut zu sagen, dass es gar kein behindertes Mädchen sein muss.

… dass man sich dann doch traut in die Schule zu gehen, man aber gemobbt, gehänselt und schikaniert wird, weil man ein „Scheiß Krüppel“ ist.

… dass man nur dann die elterliche Wohnung verlässt, wenn diese gestorben sind und man dann direkt in ein Altenheim ziehen muss. Mit Mitte 30.

… dass man niemals ein Taxi bekommt, weil die barrierefreien Taxis zu unbequem zu fahren sind und deshalb kein Taxler sie mag.

… dass du in deiner Firma nicht und nicht aufsteigst und der Grund recht klar ist: Die Firma gehört dir. Du bist Einzelunternehmer. Es bringt zwar nicht viel Geld damit zu verdienen, aber es ist die einzige Form eine anspruchsvolle Arbeit zu bekommen, da die Wirtschaft sich einen feuchten um Schwule schert.

usw.

Ja, diese Manderln, die auf Manderln stehen, haben es echt schwer.




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