Muttertag

Rosa Fläche

Ich widme diesen Blogpost meiner Mutter, völlig im Bewusstsein, dass sie diesen Beitrag niemals lesen wird.

Dank Wikipedia weiß ich nun, dass der Muttertag seinen Ursprung in der Frauenbewegung hat. Ann Maria Reeves wollte 1865 eine Art Mütter-Networking-Day ins Leben rufen. Einen Tag an dem Mütter sich treffen um sich über aktuelle Themen (unter anderem Krieg) auszutauschen.

Erst nach ihrem Tod machte es sich ihre Tochter Anna Marie Jarvis zur Aufgabe den Muttertag, wie wir ihn heute kennen, im ganzen Land und der Politik zu verankern. Als 1924 in Österreich das erste mal Muttertag gefeiert wurde, wendete sich Anna Marie Jarvis bereits wieder gegen die von ihr gegründete Bewegung. Grund dafür nannte sie die starke Kommerzialisierung.

Heute ist ein froher Tag,
heute ist ja Muttertag.
Blumen blühen, Vögel singen,
Kinder jubeln, tanzen, springen.
Alle wollen groß und klein
heut’ bei ihrer Mutter sein.

(Verfasser ist mir nicht bekannt)

Als Kind stand man früh auf (was eh normal war) und machte sich mit Papas Unterstützung an die Zubereitung des Frühstücks. Hatte man Geschwister, durfte Papa auch im Bett bleiben. Mit dem Frühstück in der Hand, den Muttertagskarten unterm Arm und dem Gedicht im Kopf, ging’s ab ins Schlafzimmer der Eltern. Dort legte man los und gab den lyrischen Ergüssen anderer freien Lauf. So vorbereitet blieben bei keiner Mama die Augen trocken! Aber diese Zeiten sind vorbei.

Ist man erst mal über 30 und lebt sein eigenes Leben, fern des Elternhauses, würde niemand auf die Idee kommen seiner Mutter ein Muttertagsgedicht vorzutragen. Oder in aller Frühe zu ihr zu fahren um ihr Frühstück ans Bett zu bringen.
Natürlich würde es ihr auch heute noch gefallen, ganz bestimmt sogar! Nein, es ist schlicht nicht mehr möglich!
Man braucht den Sonntagmorgen zum Erholen und aufladen für die bevorstehende stressige Arbeitswoche. Ausserdem, mal im Ernst: Wer kann sich noch mehr als 3 Zeilen auswendig merken?
Als Kind ist es noch charmant, wenn man dreimal neu beginnt und am Schluss doch vom Zettel abstottert. Als Erwachsener würde es aufs gleiche hinaus laufen, nur würde hier keine Spur von Charme mitschwingen!

Was bleibt also? Läuft es wirklich auf Kommerz hinaus? Kauft man Mamas liebe ab 30? Ein Wellness-Wochenende in der Steiermark. Einen Friseurgutschein. Ein Zalando-Gutschein* (inkl. Unterstützung beim Onlinebestellen).
Ist es wirklich so, oder habt ihr eurer Mutter auf andere Weise eure Liebe gezeigt? Was macht man, wenn man nicht mehr daheim wohnt und nicht dem Kommerz verfallen will oder kann?




2 Comments

Suse

oh mann, klar, das ändert sich schon mit dem alter, aber als erwachsener hat man andere möglichkeiten um mamis herz zu bewegen :). das kann man mit kommerz erreichen, indem man etwas schenkt was zur lieben mutter richtig gut passt, so dass sie weiß, das man sie kennt und sich gedanken gemacht hat. oder man nützt seine talente. kannst du gut backen, dann back doch was. kannst du gut dichten, dann dichte etwas. wenn du singen kannst, sing oder wenn du besonders lustig bist, bring mami einfach zum lachen. am wichtigsten ist doch allen, dass sie lieb gehabt werden. und um das zu zeigen gibts vieeele wege :).

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mabacher

Hallo liebe Suse!

Danke für deine Ideen, aber ich seh mich nicht singen bzw. rezitieren. 😉
Wie hast du deiner Mami ein Freude bereitet?

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