Ich liebe YouTube! Besonders wegen Kommentaren wie diesem…

Ich bitte Euch, schaut das Video an (falls Ihr es noch nicht kennt) und lest erst danach den Kommentar von Retplago Verde. Sobald ich die innere Ruhe und Gelassenheit wieder gefunden habe, werde ich darauf antworten. Bis dahin freue ich mich auf Euer Feedback.

Kommentar von Retplago Verde auf YouTube:

„Also bei allem Respekt Mabacher, aber ich rate dir, lerne mal Demut.

Ich möchte dir jetzt weder zu nahe treten noch unhöflich sein, doch ich finde es ist von dir sehr fragwürdig, die „Accessibility“ dieses Burgerladens so abfällig mit einem sinngemäß „ist zwar nett, aber nicht benutzerfreundlich, ich würde nicht nochmal hingehen“ abzutun. Ein Mitarbeiter hat sich extra für dich Zeit genommen, was keine Selbstverständlichkeit ist, weil die Kosten der Arbeitszeit, die der Mitarbeiter für dich investiert hat, vermutlich höher waren, als die Einnahmen, die du durch deine kleine Bestellung reingebracht hast. Und wie kommst du überhaupt auf die irre Idee, dass die ganze Einrichtung auf Rollstuhlfahrer angepasst werden sollte? Ich habe zwei gesunde Beine. Die meisten Menschen haben gesunde Beine. Manche Einrichtungsmodulitäten lassen sich halt nur einmal in ein Restaurant einbauen und dann muss man sich an den Bedürfnissen der gesunden Menschen anpassen und nicht an eine Minderheit. Das ist bitter für dich, ja, aber das ist nunmal die pragmatische Realität.

Du hast in deinem Leben – und ich möchte dir deine Behinderung selbstverständlich nicht vorwerfen – noch nie etwas von Wert für die Gesellschaft geleistet. Das ist mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Fakt. Du hast einen Assistenten, der von Steuergeldern bezahlt wird. Deine Wohnung, dein Essen, deine Hilfsmittel etc. werden alle von Steuergeldern / Sozialabgaben bezahlt und das Geld für diesen AccessbilityCheck wird dir auch von Steuergeldern bezahlt. Das heißt, du bist nur deshalb in dieser Welt lebensfähig, weil der Staat und das Sozialwesen dir dieses Leben ermöglichen… man könnte fast sagen „erlauben“… weil du ohne Hilfe zugrunde gehen würdest. Und jetzt maßt du dir an, den Burger als „nicht zu empfehlen“ zu bezeichnen. Das ich nicht lache. Du könntest ja nichtmal so einen Burger zustande kriegen, du könntest weder die Zutaten für den Burger erarbeiten (Getreide anpflanzen, ernten, mahlen und zu Brot backen etc. ) noch könntest du etwas, das den Wert des Burgers widerspiegelt, selbst produzieren und gegen den Burger tauschen.

Auf der anderen Seite der Medaille haben sich aber viele kluge Menschen den Kopf darüber zerbrochen, wie man wirtschaftlich sinnvoll ein Produkt wie diesen Burger kreiert, der von den fleissigen Mitarbeiter dieser Filliale zusammengestellt und serviert werden muss. Die Fillialmitarbeiter haben es nicht einfach und indirekt beleidigst du sie durch dein überzogenes Anspruchsdenken.

Ich möcht mal sehen, wie du so einen Burger hinbekommst und dann esse ich ihn und sage „Och, ist essbar, aber kann ich nicht empfehlen“. Mal schauen wie du dich dann fühlst.

Lange Rede kurzer Sinn. Lerne Demut, sei dankbar für die Dinge die du in deinen Po geblasen bekommst. Das war alles. Kannst du Kommentar ja ruhig löschen, nur zeigst du damit, dass du mit wahrer Kritik nicht umgehen kannst.“

EDIT: Meine Antwort

Hallo Retplago Verde,

du und ich, wir sind vom gleichen Schlag. Wenn uns ein Impuls trifft, können wir nicht anders, als diesem nachzugeben. Das Verlangen sich völlig fallen zu lassen und einfach drauflos zu marschieren (oder wie in diesem Fall drauflos zu schreiben) ist manchmal so stark, dass einfach keine Zeit und auch keine innere Energie mehr bleibt, um kurz innezuhalten und um zu reflektieren. Ich kenne das! Aber ich habe eine gute Nachricht für Dich!

Man kann es lernen! Man kann die Kontrolle zurück gewinnen. Egal wie stark der Reiz auch sein mag, wir Menschen sind stärker. Aber, es bedarf Übung!

Nimm zum Beispiel Deinen Kommentar. Dieser war für mich ein wirklich starker Impuls. Ein Impuls, der drohte mich in viele Richtungen ausbrechen zu lassen. Aber. Ich habe mir die Zeit genommen um zu reflektieren. Ich geb’ zu, ich bin etwas stolz auf diese Willensleistung. Du wirst sehen, wenn du Dich bemühst, kommst auch Du auf dieses Level. Und glaub mir, es ist großartig hier oben!! 😊

Um Dir den Weg zu mehr Selbstkontrolle zu erleichtern, möchte ich mit Dir deinen Kommentar analysieren. Um Dir zu zeigen, wo du etwas reflektierter hättest agieren können. Keine Sorge, Du schaffst das! Ich glaube an Dich.

Mit allem Respekt, aber an diesen Stellen Deines Kommentars liegst Du völlig daneben:

  • Mitarbeiter der sich für mich Zeit nahm: Dieser Mitarbeiter ist generell für die Kioske zuständig. Du scheinst selbst McDonalds Mitarbeiter (lt. FB) zu sein, also weißt du, dass diese Selbstbedienungs-Terminals (auch im Supermarkt, oder am Bahnhof) meistens einen Mitarbeiter beigestellt bekommen.
  • „Du hast in deinem Leben noch nie etwas von Wert für die Gesellschaft geleistet. Das ist mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Fakt.“: Sorry, dieser Fakt ist FALSCH! Ich bin seit über 4 Jahren selbständig. Ich decke meine Lebenskosten (Wohnung, Essen, Kleidung, Video-Equipment…) aus den Einnahmen meiner Selbständigkeit!

Den Rest Deiner Ansichten bzw. Schlussfolgerungen betrachte ich unter dem Gesichtspunkt der Meinungsfreiheit!

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg beim Impuls-Kontroll-Training!

In tiefer Demut,

mabacher


EDIT 2: Es folgt nun der Rest der Konversation zwischen uns. Im Kommentarbereich unter dem obigen Video auf YouTube findet Ihr alle Kommentare!

 

Retplago Verde 11 hours ago

@mabacherTV:

1.) Keine Ahnung, ob die Terminals einen eigenen Angestellten besitzen. Es klingt für mich sehr unplausibel. Und ich habe bisher noch nie einen Mitarbeiter in einem Supermarkt gesehen, der sich nur um ein „Selbstbedienungs“Terminal kümmert – wäre ja auch Unfug…. also quasi ein „Selbstbedienungsterminalangestellter“ haha ein lustiges Oxymoron. Selbst wenn es so wäre, ist das kein Grund, seinem Anspruchsdenken einen Weg zu brechen. Eher im Gegenteil: McDonalds zeigt, wie sehr es der Kette gelegen ist, dass die Kunden gut beraten werden. Ein großer Pluspunkt.

2.) Du deckst deine Lebenskosten durch deine Selbstständigkeit. Frage an dich: Kannst du 100% deiner Ausgaben oder die durch die enstandenen Kosten durch deine Selbstständigkeit decken? Bezahlst du genug Mittel in die Solidargemeinschaft, um schlussendlich in der „Bilanz“ schwarze Zahlen zu schreiben? Wie sieht es mit dem Assistenten aus? Wie sieht es mit den Rentenbeiträgen des Assistenten aus? Wie sieht es mit Leistungen der Pflege- und Krankenkasse aus? etc. Ich bezweifel sehr stark, dass ich an dieser Stelle irre. Du bist ein Minusgeschäft. Komm damit klar.

3) Deine gekünstelt ironischen Tipps sind ein Zeichen deiner Verunsicherung und der Versuch dein Gesicht vor dir selbst zu wahren. Du begibst dich aus deiner Deckung und gehst in die Offensive, zeigst mir deine Beherrschtheit und demonstrierst deine gespielte „Überlegenheit“, obwohl du am Anfang angegeben hast, dass du erst in Ruhe reflektieren musstest, nicht dem „Trieb“ nachzugeben und nach vorne zu marschieren. Ich respektiere deine Copingstrategien wie Reaktionsbildung und es tut mir leid, dich verletzt zu haben, das war nicht meine Absicht. Doch du wirst darüber hinwegkommen. Jeder hat seine Päkchen zu tragen, oder? Sei in Zukunft einfach reflektierter mit deinem Anspruchsdenken und lerne Dankbarkeit und Demut, dann ist alles in Ordnung.

 

Meine Antwort:
In meiner ersten Antwort habe ich auf die Falschheit manch deiner Aussagen hingewiesen und nicht mehr. 

Mir ist tag täglich bewußt, wie großzügig die Gesellschaft mir gegenüber ist. Aber solange die Gesellschaft bzw. die Regierung Gesetze erläßt wonach ich das Recht habe meine Meinung frei zu äußern und Dinge einzufordern, solange werde ich davon gebrauch machen! Wie jeder andere „Positivwert-Mensch“ auch.

In tiefer Demut: DANKE für deine umfangreichen Sozialabgaben.

 

Retplago Verde 12 minutes ago

@mabacherTV: Abgesehen davon, ob es Selbstbedienungsterminals gibt oder nicht – was ich tatsächlich nicht leugnen noch bestätigen kann – waren alle meine Aussagen richtig. Die Erwirtschaftung deines Lebensunterhalts als Teilbetrag deiner verursachten Gesamtkosten ändert nichts an der Richtigkeit meiner Aussagen, dass du von Solidarbeiträgen abhängig bist.

Ich möchte dir selbstverständlich nicht den Umstand des Nutzens deiner Meinungsfreiheit vorwerfen. Jeder Mensch hat Meinungen und in den meisten Fällen ist es legal und legitim, diese zu äußern. Mach bitte weiter damit. Doch du solltest verstehen, dass wenn du Menschen mit deiner Meinung auf die Füße trittst, dass sich diese zu Wort melden und das habe ich getan. Ich hoffe, du kannst meinen Standpunkt nachvollziehen.

Und natürlich kannst du Dinge einfordern, die dir vom Gesetzgeber zugestanden werden. Dies ist Teil der westlichen Gerechtigkeit. Zum Einen jedoch ist McDonalds nicht dazu vom Gesetzgeber verpflichtet, dir extra Personal zur Verfügung zu stellen, das dich berät und mit Rat und Tat zur Seite steht, noch ist McDonalds dazu vom Gesetzgeber verpflichtet, irgendwelche Terminals aufzustellen, die Funktionen extra für Menschen mit Behinderung besitzen. Dies kann nicht unter „Barrierefreiheit“ subsummiert werden. Von daher ist das, was du bei McDonalds an den Tag legst, tatsächlich ein selbstherrliches Anspruchsdenken, da es keinerlei Grundlage für diese Denke gibt.

Und die Ironie hättest du dir am Ende ersparen können. Ich wünsche mir nicht, dass Menschen mit Behinderung auf dem Boden kriechend Demut zeigen und sich niemals zu Wort melden, außer um „DANKE“ zu sagen. Das wäre beschämend für jeden von uns. Nein. Ich wünsche mir nur, dass Menschen mit Behinderung sich auch mal zurücknehmen und nicht jede „Barriere“, jede „Unerreichbarkeit“ anprangern und auch mal Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen ohne Behinderung zeigen, denn Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße, sondern sollte auch von den Menschen mit Behinderung erwidert werden. Das heißt folglich dann auch, dass wenn ein Restaurantbesitzer keinen Bock darauf hat, irgendetwas außerhalb seines gesetzlichen Pflichtkatalogs zu erfüllen, man ihn einfach damit in Ruhe lässt. Oder dass man Mitarbeitern, die sich Zeit für einen nehmen, obwohl das keine Selbstverständlichkeit ist, nicht hinter ihren Rücken damit dankt, sinngemäß zu sagen „das lag mir schwer im Magen, war gerade noch so essbar, eigentlich hats nicht geschmeckt, ich geh ja sowieso sonst nicht zu McDonalds, jetzt weiß ich wieder warum, das Terminal ist sehr unpraktisch für Rollstuhlfahrer, nie wieder“. Das kann man auch anders formulieren.

Ich wünsche dir noch einen schönen Tag (das meine ich ehrlich).




2 Comments

Reiner

Dieser sche*ß Retplago immer. Zeigt auch auf Lachschon.de immer wie überlegen er ist. Jämmerliches Würstchen, keiner hat ihn lieb.

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